Mika auf Polarstern
Diesen Sommer war Mika in der Arktis unterwegs auf einem richtigen Forschungsschiff! Das Schiff hat einen richtig schönen Namen: “Polarstern”. Als wir uns nach seiner Rückkehr wieder trafen, freute ich mich riesig, ihn wiederzusehen und platzte fast vor Neugier. Ich wollte sofort alles erfahren: „Mika, wie war’s da oben im Eis? Das muss super aufregend gewesen sein!“
Mika grinste und nickte. „Oh ja, aufregend beschreibt es ziemlich gut. Stell dir vor – überall nur Schnee, Eis und weite Leere.“
Ich konnte mir das alles gar nicht richtig vorstellen, also hakte ich nach: „Und was habt ihr da den ganzen Tag gemacht? Wart ihr die ganze Zeit nur auf dem Schiff? Musstet ihr jeden Morgen raus aufs Eis? Oder wart ihr mehr im Labor?“
Mika lachte. „Geduld! Ich erzähle dir alles. Es war spannend, manchmal echt anstrengend, aber richtig cool.“
Damit war klar – Ich musste unbedingt wissen, wie ein typischer Tag auf einem Forschungsschiff in der Arktis aussieht.
Und Mika war bereit, mir alles zu berichten. „Der Tag begann schon früh. Um 7 Uhr klingelte der Wecker, und um 7:30 Uhr gab es Frühstück.”
Ich musste natürlich fragen: „Warum musstet ihr so früh raus?“
Mika grinste und meinte: „Weil wir dort oben ganz viele Messungen machen wollten, und wir daher jede Minute nutzen mussten. Nach dem Frühstück kam das ganze Team zusammen. Wir besprachen, ob es sicher ist, aufs Eis zu gehen. Manchmal war es zu dünn oder hatte gefährliche Risse. Aber wenn unser Chef Marcel grünes Licht gab, durften wir endlich raus! Um 8:30 Uhr stapften wir hinaus ins glitzernde Weiß. Alle im Team hatten eine andere Aufgabe. Linnu nahm Schneeproben und schaute sich die Schneeflocken genau unter der Lupe an.”
Ich war überrascht: „Sind die nicht alle gleich?“
„Nein“, sagte Mika, „jede ist einzigartig und beeinflusst die Oberflächenstruktur, die wiederum verändert, wie viel Sonnenstrahlung vom Schnee zurück in die Atmosphäre geschickt wird. Max hatte eine andere Aufgabe. Er hat die Dicke des Eises gemessen und wie viel Schmelzwasser darauf lag.”
„Warum ist das wichtig?“ wollte ich wissen.
„Weil Schmelzwasser zeigt, dass es warm war“, erklärte Mika. „Wenn viel Wasser auf dem Eis steht, schmilzt es darunter schneller. Das hilft auch zu verstehen, wie sich die Polarregion durch den Klimawandel verändert. Um 11:30 Uhr war mein Magen meistens leer, es war Zeit, zurück aufs Schiff zu gehen und gemeinsam Mittag zu essen. Danach ging es gleich wieder hinaus: Schnee messen, Eis zersägen, Fotos machen. Ich habe dabei immer auf Risse im Eis achtet, weil ich mit meinen leichten Pfoten gut vorlaufen konnte. Abends um 17:30 Uhr gab es warmes Essen, und um 18:30 Uhr hatten wir eine Abschlussbesprechung. Was hatten wir heute gelernt? Was stand morgen an?“
„Ganz schön anstrengend“, meinte ich, als Mika fertig war.
„Ja“, lächelte er, „aber jeden Tag entdeckten wir etwas Neues und dafür hat sich die Arbeit doch gelohnt.“
„Und abends? Hattet ihr überhaupt Zeit zum Ausruhen?“, fragte ich.
„Klar“, meinte Mika. „Und es gab echt viel zu tun.“ Er erzählte, dass es an Bord sogar einen kleinen Pool und einen Sportraum gab, um sich nach der Arbeit ein bisschen austoben zu können.
„Und was habt ihr sonst so gemacht?“, wollte ich wissen.
„Oft haben wir im Roten Salon (unserem „Wohnzimmer” an Bord) Spiele gespielt“, erklärte Mika. „Karten, Brettspiele, manchmal Filme.“ Am schönsten sei es aber gewesen, draußen an Deck zu stehen und zuzusehen, wie das Schiff durchs Eis fährt. Das Eis nimmt so unterschiedliche Formen und Farben an! Dann fügte er noch hinzu: „Und wir durften sogar auf die Brücke und in den Maschinenraum. Die Schiffsbesatzung hat uns gezeigt, wie das Schiff gesteuert wird und wo das frische Trinkwasser herkommt.“
Ich staunte. „Also hattet ihr nicht nur Arbeit, sondern auch richtig viel zu entdecken!“
Mika nickte zufrieden. „Genau so war’s.“
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Text & Fotos: Linnu Bühler & Maximilian Ringel, Illustration: Patrizia Schoch



