Lass dir den Beitrag vorlesen
Mika im fernen Süden
Die letzten Tage war es kälter geworden und ich hatte auf Schnee an Weihnachten gehofft. Als Mika und ich unsere Geschenke unter dem leuchtenden Weihnachtsbaum auspackten, sagte Mika: „Weißt du, dass in Neuseeland jetzt an Weihnachten Sommer ist?“
So richtig warme Weihnachten konnte ich mir gar nicht vorstellen… aber das ferne Land so weit im Süden faszinierte mich! Mika war dieses Jahr sogar dort und hat bei Messungen mit einem richtigen Forschungsflugzeug geholfen. Daher fragte ich: „Mika, kannst du uns heute endlich Bilder von deiner Zeit in Neuseeland zeigen? Ich bin so gespannt, wie es dort so ist und vor allem, was mit einem Flugzeug gemessen werden kann.“
Mika nickte, holte einen Stapel Bilder hervor und sagte: „Es war total aufregend dort! Das Flugzeug hatte ganz viele Messinstrumente an Bord. Viele davon konnten Wassertröpfchen und Eiskristalle in den Wolken einfangen, zählen und ihre Größe bestimmen.“
„Das ist ja toll! Das heißt, ihr seid dann auch direkt in den Wolken geflogen?“, wollte ich wissen.
„Ja genau! Außerdem wurden auch Partikel untersucht, die bei der Wolkenentstehung beteiligt sind. Genau das sind die Kondensationskerne, von denen Beril uns hier erzählt hat!“, erklärte Mika.
„Ich erinnere mich daran, wie spannend! Aber was ist denn dort so weit im Süden anders als hier bei uns?“, fragte ich.
„Das ist eine gute Frage!“, antwortete Mika, „Hier bei uns gibt es ganz viele dieser Partikel, die die Menschen verursachen durch zum Beispiel Abgase im Verkehr. Dort, so weit im Süden, wohnen sehr wenige Menschen. Man sagt auch, dass die Luft dort sauberer ist. Daher gibt es dort nicht so viele dieser Partikel. Deshalb ist es so interessant, unsere Wolken hier mit denen soweit im Süden zu vergleichen. Sie entstehen auf unterschiedliche Weise und haben andere Eigenschaften. Es gab zum Beispiel auch Messgeräte an Bord, die gemessen haben, wie viel Sonnenstrahlung die Wolken reflektieren. Diese ganzen Messungen ergeben dann eine gute Grundlage, um mehr über die Wolken dort im Süden zu lernen.“
„Ich verstehe!“, sagte ich nickend und fragte dann: „Und wie lief es täglich dort so ab?“
„An den Flugtagen war immer sehr viel los, weil alle Instrumente erstmal für den Flug vorbereitet werden mussten. Dann ging es endlich los und ich durfte auch ein paar Mal mitfliegen!“, erzählte Mika, „An Bodentagen haben die Forscher und Forscherinnen dann in die gemessenen Daten geschaut und die Instrumente überprüft, so dass sie beim nächsten Flug auch richtig messen. Und es wurden natürlich auch Pläne für die nächsten Flüge gemacht. Ich hatte mich sehr gefreut, als beschlossen wurde, noch weiter in den Süden zu fliegen.“
„Wie weit in den Süden seid ihr denn geflogen?“, fragte ich ganz aufgeregt.
„Oh ziemlich weit, ich habe sogar das Meereis der Antarktis gesehen.“, erzählte Mika stolz.
„Wow!“, rief ich, „Dann hast du das Meereis von beiden Polarregionen gesehen. Letztens warst du ja auch in der Arktis unterwegs und hast hier davon berichtet. Nächstes Mal muss ich dich unbedingt begleiten, Mika. Das wäre mein Traum!“
„Es war auch total toll, das zu sehen. Deshalb habe ich dir ganz viele Bilder mitgebracht. Zum Beispiel auch von einem Ausflug ans Meer an einem der freien Tage. Dort war es sehr windig, aber auch total schön. Nächstes Jahr verreisen wir mal zusammen und lernen ganz viel Neues!“
Meine Augen leuchteten auf und ich umarmte Mika ganz fest. „Oh ja! Zum Beispiel müssen wir auch herausfinden, warum in Neuseeland jetzt zu Weihnachten Sommer ist. Die Kinder dort können sich ja dann nie auf Schnee an Weihnachten freuen…“, sagte ich nachdenklich.
Mika lachte nur und sagte, „Diese Frage beantworten wir dann nächstes Jahr. Aber können wir jetzt endlich unsere Geschenke auspacken?“
Ich nickte nur lachend. So konnte das neue Jahr starten und ich freute mich auf viele neue Abenteuer.
Text: Sophie Rosenburg, Fotos: Kevin Wolf & Sophie Rosenburg, Illustration: Patrizia Schoch





