Lass dir den Beitrag vorlesen
Mia und Mika gehen auf eine Konferenz
Letzte Woche hatte ich mit Mika einen spannenden Termin. Zum ersten Mal habe ich eine wissenschaftliche Konferenz besucht. Los ging es am Montag ganz früh mit dem Zug nach Potsdam. Dort sind wir pünktlich um 10 Uhr angekommen und haben uns gerade noch rechtzeitig anmelden können: Dort haben wir unser schickes Namensschild bekommen, das wir die Woche über tragen werden, damit alle anderen wissen, wie wir heißen. Mika hat sich ganz besonders gefreut, dass er gleich am ersten Tag viele Freunde, die er in der Arktis, auf Polarstern oder im Flugzeug kennengelernt hat, dort wieder getroffen hat.
Dann ging es auch gleich los mit der Begrüßung und den ersten Vorträgen. Viele Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen stellten ihre Arbeit vor. Gestartet hat mein Freund Sandro, den ich noch von letztem Jahr kenne. Sandro hat während der MOSAiC Expedition über die Atmosphäre geforscht und in seinem Vortrag davon berichtet. So wie Sandro haben danach viele andere Forscher und Forscherinnen von ihren Erkenntnissen über den Ozean, die Algen oder das Meereis berichtet. Nach dem ersten Tag und dem Zuhören über viele Stunden war ich ganz schön platt.
Am nächsten Tag ging es morgens um 9 Uhr weiter. Aber dieses Mal waren im Konferenzraum ganz viele Poster ausgestellt. Die Forscher und Forscherinnen, die das Plakat erstellt haben, stehen während dieses Vormittags daneben und erklären, was sie gemacht und herausgefunden haben. Ich konnte den ganzen Vormittag durch die Halle schlendern und mit ganz vielen Forschern und Forscherinnen ins Gespräch kommen. So hat mir Torben erklärt, was er mit dem Flugzeug gemessen hat, Florian hat mir die Eismessung mit einem Tauchroboter gezeigt und Tabea hat mir erklärt, was für unterschiedliche Algen im Ozean leben. Diese Posterstunde hat mir besonders gut gefallen, da ich so viele Fragen stellen konnte, wie ich wollte!
Am darauffolgenden Tag habe ich an einem Workshop teilgenommen. Dort haben alle Forscher und Forscherinnen einen kurzen Überblick über den aktuellen Forschungsstand gegeben. Danach entstand eine lebhafte Diskussion darüber, wie die Erkenntnisse und Daten besser verbunden und verknüpft werden können. Es war richtig spannend zu beobachten, wie dabei neue Ideen, Hypothesen und Theorien entstanden sind. Alle waren sich einig, dass sie sich in einem halben Jahr erneut treffen würden, um die Projekte, die jetzt angestoßen wurden, weiter zu verfolgen. Am Nachmittag haben wir gemeinsam einen Ausflug nach Berlin in eine Ausstellung zu Polarregionen gemacht. Es hat super viel Spaß gemacht, die Bilder aus der Arktis und Antarktis zu sehen, und Mika hat mir von seiner Zeit in Spitzbergen und auf Polarstern erzählt.
Der nächsten Tag war leider schon der letzte Tag der Konferenz. Die Zeit ist wie im Flug vergangen! Ich habe in den letzten Jahren schon viel über die Arktis, das Wetter, Satelliten und die Natur gelernt. Aber dieses Treffen war etwas ganz Besonderes. Ich habe so viel Neues gelernt und so viele nette Menschen kennengelernt. Am Freitag war ich ein bisschen traurig, dass die tolle Woche schon vorbei war und wir uns verabschieden mussten. Wir haben uns aber alle schon für die nächste Konferenz verabredet und freuen uns, uns nächstes Jahr in Leipzig wiederzusehen. Was meint ihr, soll ich dann auch einen kleinen Vortrag über mein eigenes Forschungsprojekt halten?
Text: Florian Zimmer, Illustration: Patrizia Schoch