Erwärmen Waldbrände die Atmosphäre?

Mika und ich haben den Sommer und das tolle Wetter schon sehr genossen. Jedoch war es fast jeden Tag sehr sonnig und heiß, so dass sich alles immer weiter aufgeheizt hat. Der Boden sah überall schon total vertrocknet aus. Letzte Woche saßen wir in einem Zug nach Köln and sahen aus dem Zugfenster heraus ein großes Feuer im Wald. Die Flammen waren so hoch wie Häuser und dicker schwarzer Rauch ist in den wolkenlosen Himmel aufgestiegen. Ich konnte die Hitze schon beinahe im Zug spüren und da habe ich mich gefragt, ob solche Waldbrände auch die Atmosphäre erwärmen.

Als wir aus dem Zug stiegen, habe ich ein paar meiner Freunde und Freundinnen angerufen, die an der Universität zu Köln als Meteorologen und Meteorologinnen arbeiten, und habe sie zu Waldbränden und deren Einfluss auf die Atmosphäre befragt. Ich war überrascht, wie kompliziert das doch ist. Die Wärme, die durch die Flammen freigesetzt wird, erwärmt tatsächlich die Luft in der Umgebung und führt zu stärkerer Verdunstung vom Boden und den Pflanzen. Die erwärmte Luft steigt dann auf wie ein Heißluftballon und transportiert den Rauch und die Feuchtigkeit vom Boden in den Himmel. Wenn die warme Luft hoch genug steigt, können sich sogar große Unwetterwolken bilden. Das bedeutet, dass solche Feuer auch besondere Wetterereignisse auslösen können!

Meine Freunde und Freundinnen von der Universität sagten mir, dass ich mal in den Himmel schauen soll. Als die Sonne begann über Köln unterzugehen, färbte sie die Wolken am Himmel in ein schönes Pink. Ich war etwas schockiert als sie mir erzählten, dass dies keine normalen Wolken seien, sondern Rauch von einem Waldbrand über 100 Kilometer entfernt. Der Rauch, den wir aus dem Zugfenster gesehen hatten, kann über hunderte, wenn nicht sogar tausende Kilometer vom Wind transportiert werden. Und mit dem Rauch werden auch Treibhausgase wie Kohlenstoffdioxid und andere Schadstoffe transportiert und über die gesamte Erde verteilt. Ich hatte schon davon gehört, dass die Treibhausgase die Wärme in der Atmosphäre halten und wie eine Bettdecke wirken. Das heißt, dass nicht nur die Wärme des Feuers selbst die direkte Umgebung erwärmt, sondern dass auch die Gase, die beim Verbrennen freigesetzt werden, zur Erwärmung unseres Planeten beitragen!

Als ich das alles verstanden hatte, war ich ziemlich besorgt. Der Sommer dieses Jahr war wirklich trocken gewesen, was zu sehr vielen Waldbränden geführt hatte. Ich fragte meine Freunde und Freundinnen, ob ich irgendetwas dagegen tun könnte und wie man das Risiko, dass ein Feuer ausgelöst wird, reduzieren kann. Sie sagten mir, dass man nur mit ausreichend Abstand zu trockenen Pflanzen grillen sollte, da auch schon der kleinste Funke die ausgetrockneten Blätter entzünden kann. Und wenn man beobachtet, dass etwas Feuer fängt und sich dieses Feuer ausbreitet, sollte man sofort bei der Feuerwehr anrufen. Dann kann das Feuer noch rechtzeitig gelöscht werden.

Ich finde es schon toll bei Sonnenschein zu grillen, wer auch nicht? Aber nachdem ich mit meinen Freunden und Freundinnen gesprochen hatte, können Mika und ich wohl auch erstmal ein bisschen Regen abwarten bevor wir uns den nächsten Grillkäse schmecken lassen.

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Text: James Panton, Illustration: Patrizia Schoch, Übersetzung: Sophie Rosenburg

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