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Wie entsteht Hagel?
Heute waren Mika und ich in der Nähe der Berge wandern. Mika erzählte mir von seinen unglaublichen Erlebnissen, die er in der Arktis während der Flugzeugmesskampagne gesammelt hat. Ich hörte ihm gespannt zu und stellte mir die Eisberge von Spitzbergen vor, die Mika während der Forschungsflüge gesehen haben muss. Dabei vergaß ich, dass es gerade sehr warm war. Es war ein herrlicher Tag mit viel Sonnenschein, und Mika freute sich riesig, wieder blühende Pflanzen und vor allem viel Grün zu sehen.
Als wir uns am Ende unserer Wanderung eine Erfrischungspause draußen vor einer Eisdiele mit zwei großen Kugeln Eis gönnten, sahen wir, wie der Himmel plötzlich von einer riesigen Gewitterwolke verdeckt wurde. Wir setzten uns in die Eisdiele und beobachteten vom großen Fenster aus, wie auf einmal große, weiße Eiskugeln vom Himmel fielen. An einem Teich konnte man sogar sehen, wie diese Eiskugeln das Wasser aufspritzen ließen!
Nanu, warum fliegen da Eiskugeln vom Himmel? Fasziniert davon fragte ich Mika, ob er vielleicht eine Idee hat, warum trotz eines so heißen Tages Eiskugeln vom Himmel fallen. „Eine ausgesprochen gute Frage“, sagte plötzlich ein Mann neben uns, der schmunzelnd aus dem Fenster schaute. Er stellte sich als Christian vor. Er erzählte, dass ihm Gewitter gleichermaßen faszinieren als auch Angst einjagen können. Christian ist Wissenschaftler und möchte uns verraten, wie diese Eiskugeln an solch heißen Tagen entstehen.
Die Temperatur, sagte er, spielt dabei eine wichtige Rolle, denn Hagel, so heißen diese Eiskugeln, tritt vor allem im Sommer auf. Wenn sich ein starkes Gewitter zusammengebraut hat, entstehen viele Wassertropfen. In diesen Wolken ist es sehr windig und die Wassertropfen werden sehr weit nach oben gepustet. Da es ganz oben in der Gewitterwolke sehr kalt ist, gefrieren dort die Wassertropfen zu Eis. Dabei werden sie schwerer und sinken wieder herunter. Dabei können weitere Wassertröpfchen an dem Eis festfrieren, sodass die Eiskörner immer größer werden. Wenn das Gewitter stark genug ist, können die Eiskristalle erneut nach oben gepustet werden und wachsen dabei stetig an. Wie bei einem Jo-Jo, dachte ich mir. Das passiert so lange, bis die Eiskörner so schwer sind, dass sie nicht mehr von den Aufwinden innerhalb der Wolke getragen werden können und schließlich als Hagel zu Boden fallen.
Christian meinte, dass Hagelkörner so groß wie eine Kugel Eis werden können und in seltenen Fällen sogar noch größer. Das ist echt unfassbar, wenn ich mir so vorstelle wie gefährlich es ist, wenn solch große Hagelkörner vom Himmel fallen. Zum Glück kommt jetzt wieder die Sonne raus und wir können den Rest des Tages in der angenehm kühlen und frischen Luft genießen!
Text: Christian Buhren, Illustration: Patrizia Schoch