Auf die Plätze, fertig, Metallding loooos!

Erinnert Ihr Euch noch an den Beitrag zum „Ein Metallding als Flugzeugpassagier“ vom 09.07.2021? Damals hatte ich André Ehrlich und Michael Schäfer im Labor besucht, als sie eine Infrarotkamera für den Einsatz auf dem HALO vorbereitet hatten.

Nun hatte Mika die Chance, Micha nach Oberpfaffenhofen zur Inbetriebnahme dieser Infrarotkamera in das Forschungsflugzeug HALO zu begleiten. Es war richtig cool für Mika, zum ersten Mal tatsächlich vor dem Flieger zu stehen. „Der ist viel größer, als ich ihn mir vorgestellt habe!“, berichtete er. Oben und unten schauen jede Menge Messgeräte aus der Hülle. Am Bauch des Fliegers ist dann auch noch einmal eine große Hülle namens Belly Pod angebracht, in der sich weitere Messgeräte befinden. Neben einem Radar und Lidar befindet sich dort auch die Infrarotkamera. Die Metallhülle mit der Infrarotkamera hatte Mika gleich wiedererkannt. Er kennt sich halt schon richtig gut aus.

Den Einbau der Kamera übernahmen Fachleuten, die sich damit auskennen, Messgeräte sicher am Flieger anzubringen. Nun musste das Gerät noch getestet werden. Mika half dabei und lernte, die Kamera zu bedienen. Für den Fall, dass Mika mal die Messungen übernehmen muss, ist er jetzt super vorbereitet.

Es blieb aber nicht nur bei den Tests der Kamera. Die Kamera befindet sich in einer Hülle. In dieser Hülle ist auch Luft. Diese beinhaltet viel Feuchtigkeit, welche bei den tiefen Temperaturen in großer Flughöhe sofort an der Scheibe kondensieren würde. Würde das passieren, wären wir blind und könnten die Wolken oder den Boden, die wir messen wollen, gar nicht sehen. Um die Kondensation zu vermeiden, musste die Feuchtigkeit raus aus dem System. Deswegen spülten sie das Ganze mit gasförmigem Stickstoff durch. Mika durfte den Gasfluss steuern und die Flasche auf- und zudrehen. Micha gab die Kommandos. Dabei verfolgten beide die Feuchtigkeitsmessungen innerhalb der Hülle und sahen, wie es innen immer trockener wurde.

Zuletzt bemerkte Mika dann aber doch noch ein Problem. „Man konnte ja gar nicht durch die Scheiben schauen. Die sind ja wie ein Spiegel, also sind wir wohl doch blind“, vermutete Mika. „Aber nein, keine Sorge!“, beruhigte ihn Micha, „Die Scheiben sind nur im sichtbaren Wellenlängenbereich ein Spiegel. Im thermischen Infrarot, dem Messbereich der Kamera, sind die Scheiben fast komplett durchsichtig.“

Dann war alles fertig für den ersten Testflug und später für den Transfer nach Kiruna (Schweden) für die dortigen Messflüge. Weil das so spannend ist, begleitet Mika Micha direkt im Forschungsflieger von Oberpfaffenhofen nach Kiruna zur großen HALO-(AC)3 Forschungskampagne. „Hauptsache“, sagt Mika, „vergisst mich Micha nicht wieder im Handgepäck.“ Ich bin schon seeeehr gespannt, was er mir alles berichten wird. Schon morgen geht es los!

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