6 – Beluga hält Winterschlaf

Mika und ich schwelgen gerade in Erinnerungen. Es ist nun schon wieder eine Weile her, als Mika fast drei Wochen mit Michael Schäfer in der war. Drei Wochen, in denen er bestaunen konnte, was die Wissenschaftler in Ny-Alesund so tun. Es gab viel Sturm mit horizontal (!) fliegendem Schnee und bis zu einem Meter hohe Schneewehen, welche teils versuchten, die Messgeräte zu begraben. „Da mussten wir dann einige Male mit Schaufeln ran und alles wieder ausbuddeln“, berichtet er. Aber es gab auch viele Tage mit weniger Wind, an dem Ballonmessungen gemacht werden konnten.

Die Messkampagne, so nennen die Wissenschaftler die Zeit der intensiven Messungen dort oben, lief ja auch schon vor Mikas Ankunft etwa 1,5 Monate. Über die komplette Zeit hinweg haben die Wissenschaftler insgesamt 35 Ballonstarts geschafft und so sieben Messgeräte für viele Stunden in die Luft und die Wolken befördert. Dabei waren über die Zeit verteilt 14 Wissenschaftler am Ballonprojekt beteiligt. Das waren die Kollegen der Universität Leipzig, die den Schneefallsensor aufgebaut haben und die der Universität zu Köln, die sich um das Radar vor Ort kümmerten. Es war ganz schön was los und es wurde einiges geschafft.

Draußen blieb es dann auch zur Mittagszeit stockfinster und es wurde langsam eisig kalt. Es wurde Zeit, unseren BELUGA- und die Messgeräte in den Winterschlaf zu bringen und neue Kräfte zu sammeln, um im Frühjahr 2022 noch einmal für etwa zwei Monate mit weiteren Messungen durchzustarten. So mussten alle Kisten aus dem Schnee ausgegraben werden, um sie im Container zu verstauen. Auch die Luft aus dem Ballon wurde abgelassen. Stück für Stück wurden alle Einzelteile mithilfe von Goupil, dem lustigen kleinen Fahrzeug, ins Warme gebracht.

Danach ging es auf demselben Weg wie schon auf der Hinreise zurück nach Hause. Erst mit dem kleinen Flieger nach Longyearbyen, dann weiter nach Oslo und zuletzt nach Frankfurt, von wo aus es mit dem Zug nach Leipzig ging. „Weißt Du noch, wie doll Du mich beim Wiedersehen gedrückt hattest?“, strahlte Mika. Und während wir noch ein bisschen Fotos ansahen, kraulte ich ihm seinen Kopf.

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