Wenn das Eis schmilzt, wird das Wasser des Ozeans dann kälter?

Heute war ich mit meinen Freunden im Freibad, denn es war ein herrlicher Sommerferientag. Als Erfrischung hatte ich mir ein großes Glas KiBa mit ganz vielen Eiswürfeln bestellt. Sobald die schmelzen, wird der Saft immer wunderbar kalt.

„Die Eisflächen in der sind doch eigentlich auch nur große Eiswürfel, die im schwimmen. Ist es nicht komisch, dass deren Schmelzen zur Klimaerwärmung beitragen soll?“, schrieb mir kürzlich Emil (12 Jahre). Müsste der Ozean nicht auch kälter werden, genauso wie mein KiBa?

Seine Mutter Evelyn Jäkel, die auch für das (AC)³ Projekt arbeitet, konnte uns die Frage beantworten. „So ganz vergleichbar ist der KiBa mit der Arktis nicht. Wenn der Polartag beginnt, ist das mit Schnee bedeckt. Die Sonnenstrahlung reflektiert dort viel besser als an den offenen Wasserflächen. Das kennst du ja, wenn frischer Schnee liegt, die Sonne scheint und es so richtig grell ist. Wenn also das Meereis schmilzt, nehmen die dunkleren Wasserflächen zu, sodass dort mehr Sonnenstrahlung absorbiert wird“, erklärt uns Evi.

Absorbieren bedeutet aufnehmen. Wenn man ein dunkles Shirt trägt, dann kann einem in der Sonne auch ordentlich warm werden. Genau das passiert dann in der Arktis: mehr Absorption, mehr Wärme und schon schmilzt mehr Eis.

Wir brauchen also in der Arktis keinen mit Eiswürfeln (kurzfristig) gekühlten Ozean wie unseren KiBa im Stadtbad, sondern einen gefrorenen, mit Schnee bedeckten Ozean. Denn auch der KiBa würde sich bei Sonneneinstrahlung nach kurzer Zeit wieder erwärmen, so wie der eisfreie arktische Ozean.

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