Wozu braucht ihr so viele Flugzeuge?

Wie aufregend, heute sind zwei Flugzeuge in Longyearbyen auf Spitzbergen im hohen Norden angekommen! Polar 5 und Polar 6, so heißen die beiden Forschungsflugzeuge vom Alfred-Wegener-Institut, sind für Flüge unter den extremen Umweltbedingungen der Polargebiete speziell ausgerüstet. Zusammen mit dem Forschungsflugzeug HALO fliegen sie für die HALO-(AC)³ Kampagne durch die Arktis. Die Wissenschaftler:innen von HALO-(AC)³ wollen besser verstehen, wie die starke Erwärmung der durch den Klimawandel genau funktioniert. Dafür wollen sie die Atmosphäre inklusive Wolken mit den Forschungsfliegern ganz genau vermessen.

Mika fragt, warum die Wissenschaftler:innen denn zwei Flieger brauchen: “Ist nicht ein Flugzeug genug?”

“Das liegt daran, dass unterschiedliche Messinstrumente auf den Flugzeugen sind“, erklärt Wissenschaftlerin Nina Maherndl. Polar 5 hat großteils sogenannte Fernerkundungsinstrumente an Board. Damit kann man aus der Ferne messen. Also zum Beispiel Wolken, wenn man über ihnen fliegt. Polar 6 ist mit in-situ Instrumenten ausgestattet. In-situ ist Latein und bedeutet so viel wie vor Ort. Polar 6 misst daher zum Beispiel Wassertröpfchen und Eiskristalle direkt in den Wolken.

Mika hat gehört, dass das dann für die Crew an Board von Polar 6 schon etwas ruckelig werden kann, wenn man durch die Wolken fliegt. Die haben es nämlich nicht so gemütlich, wie wenn man in den Urlaub fliegt. Es passen auch viel weniger Personen in die eher kleineren Polarflieger, da die Messinstrumente viel Platz brauchen. Für Mika ist aber immer noch Platz an Board, er ist immerhin klein und leicht.

Während in Spitzbergen die ersten Messflüge hoffentlich am Wochenende stattfinden können, war das HALO-Team in Schweden schon fleißig am Fliegen. Das dritte Forschungsflugzeug HALO ist in Kiruna im Norden von Schweden stationiert und deutlich größer als die Polarflieger. Es kann auch höher (bis zu 15 km) und viel weiter fliegen (bis zu 9000 km) als Polar 5 und 6 (Höhe: 4 km, Reichweite: 2300 km). HALO ist ebenfalls mit vielen Fernerkundungsinstrumenten bestückt.

Mika freut sich jedenfalls schon auf die ersten Flüge in Spitzbergen. Er hat sich aber entschlossen, fürs Erste auf Polar 5 mitzufliegen. Beim Flug von Polar 6 durch die Wolken hat Mika Angst, dass ihm schlecht wird.

Share on whatsapp
Share on email
50